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RFC Mövia – Radwanderer – Tour 2007

6. – 10. Juni 2007

Hallo, liebe Radwanderer der MÖVIA, Hainstadt,

anschließend ein Kurzbericht unserer diesjährigen Tour „Rund um den Edersee“

vorab Informationen zum Thema Edersee:

  • er ist der zweit- und volumenmäßig drittgrößte Stausee in Deutschland,
  • er befindet sich am Fluss Eder hinter der Edertalsperre bei Waldeck
  • er reicht von der Einmündung der Eder vor Herzhausen (Westen)  bis zur Staumauer bei Hermfurth-Edersee (Osten)
  • er ist insgesamt 28,5 km lang
  • die Uferlänge beträgt 69,4 km
  • er hat einen Inhalt von 25 Mio. m³ Wasser
  • Anlass für den Bau war die Verabschiedung eines Wasserstraßengesetzes am 1.4.1905 in Berlin
  • besondere Bedeutung für dieses Bauwerk zeigt der Besuch von
    Kaiser Wilhelm II. im August 1911
  • die geplante Übergabe am 25.8.1914 konnte wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges nicht stattfinden
  • bis heute gab es keine Einweihungsfeier, vielleicht doch zum
    100-jährigen Bestehen 2014???
  • etwa 900 Menschen mussten im Bereich des Stausees ihre Heimat aufgeben
  • die Dörfer Asel, Berich und Bringhausen wurden abgerissen und an höher liegenden Orten neu errichtet
  • Nieder-Werbe und Herzhausen wurden teilweise überflutet
  • in der Nacht vom 16. auf den 17.3.1943 wurde die Staumauer durch britischen Fliegerangriff beschädigt
  • 8000 m³ Wasser pro Sekunde ergoss sich daraufhin in das untere Edertal (Richtung Fritzlar)
  • manche Quellen berichten von 47-68 Opfern, andere vom Tod
    749 ukrainischer Kriegsgefangener
  • die Edertalsperre wurde errichtet, um dem Mittellandkanal genug Wasser zuführen zu können, damit Lastkähne vom Ruhrgebiet nach Berlin fahren können
  • am Fuß der Mauer befindet sich das Kraftwerk Hermfurth
  • wenn der Edersee Hochwasser hat, steht der Pegel über 245 m
  • heute befinden sich zahlreiche Campingplätze an den Ufern
  • bevorzugte Sportarten sind Tauchen, Segeln, Rudern und Angeln
  • im Winter lockt der zugefrorene Edersee unter dem Stichwort „Singender See“ Besucher an: durch die starke Diskrepanz zwischen Nachtfrösten und Tagestemperaturen sowie bedingt durch schwankende Wasserstände reiben sich die Eisschollen aneinander, was ein röhrend-hallendes, weithin hörbares Geräusch verursacht

  1. Tag: Mittwoch, den 6.6.2007

  • individuelle Anfahrt nach Waldeck über Marburg, Fulda oder Schwalmstadt
  • Ankunft aller Tourteilnehmer im Laufe des Nachmittages im
    Hotel Seeschlößchen, Waldeck, Kirschbaumweg 4
    (Familien Cissée und Danz)
  • Abendessen um 19:30 Uhr in unserem Hotel 
  • Ankommen unseres Service-Teams Manfred und Harald Winter
    mit den Rädern

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2. Tag: Donnerstag (Fronleichnam), den 7.6.2007

Ziel: Rund um den Edersee / Tagesleistung 40 km bei 26° C

Qualität des Radwanderweges: anfangs am See entlang, später einige lange Steigungen im Wald (Schotter) – für uns alle (die meisten) sehr anstrengend.

Von Waldeck ging es zuerst im Wald relativ steil bergab, um an den See zu gelangen, Weiterfahrt am See entlang nach Nieder-Werbe, vorbei an Scheid nach Basdorf/Vöhl – diese Abfahrt war herrlich asphaltiert und wir konnten unsere Räder nach der An-strengung laufen lassen; aber unsere Suche nach einem Lokal verlief ergebnislos.

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Aufbruch um 10 Uhr morgens – voller Tatendrang

Oh je, was war mit
Inges Rad los???

wie die Perlen an der Schnur in Richtung Nieder-Werbe

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Nieder-Werbe

für welche Richtung entscheiden wir uns?

wir vertrauen auf unsere kompetenten Planer

Trotz der Anstrengung haben wir den Blick auf die wunderbaren Aussichten nicht vergessen:

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Ausblick auf den Edersee

Warten auf die anderen oder
der Lohn der „Tüchtigen“??

In Asel angekommen, entschieden wir uns, die Fähre zum Übersetzen in Anspruch zu nehmen; unsere Lokalsuche war bisher nicht erfolgreich und der Durst meldete sich stärker.

Per Glockenschlag machten wir den Fährmann auf der anderen Seite des Sees auf uns aufmerksam. Anfangs schien es, er hätte uns bemerkt, aber auf halben Weg drehte er wieder um, bis er dann doch auf uns zusteuerte:
des Rätsels Lösung – er hatte ein hr-Team an Bord. Im Gespräch mit dem hessischen Fernsehen stellte sich heraus, dass das Team händeringend Leute von der Straße zum Interview holen musste – 10 Minuten früher und mit der MÖVIA wäre das nicht passiert!! Wir bitten in Zukunft um Terminabsprache!!!!

In drei Passagen wurden wir von dem wortkargen Fährmann übergesetzt.

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Übersetzen mit der Fähre in 3 Etappen

Jetzt hatten wir ein Lokal im Visier, aber ….es war geschlossen: „ Pächter gesucht“ – war zu lesen. Einige übermannte der Hunger derart, dass sie sich bei dem Pizza-bäcker am Campingplatz etwas zu essen bestellten, aber Getränke gab es leider nicht.

Da es sehr warm war und wir alle zu wenig zu trinken dabei hatten, entstanden bei einigen Teilnehmern Gelüste oder waren es bereits Halluzinationen?
„Jetzt ein schönes Stück Erdbeertorte mit einer Tasse Kaffee“ oder „ein Bier“, egal was, nur etwas zu trinken!!! Durst Durst!!

Wir hatten die Gastronomie in diesem Bereich des Edersees überschätzt. Es half nur „weitersuchen“.

Unser nächstes Ziel hieß: Bringhausen, verbunden mit viel Hoffnungen ……

Im Lokal „Endstation“ hofften wir am Ziel unserer Wünsche zu sein, doch Fehlanzei-ge:
– Bedienung und Theke waren mit dem Service überfordert, trotz Durst hieß es, an-stehen an der Theke, um etwas Kühles zum Trinken zu bekommen, an Essen war nicht zu denken

Argument: „neuer Pächter“, dabei liegt dieses Lokal so wunderschön:

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Inge und Luzia ergriffen hier die Gelegenheit, mit dem Schiff „Stern vom Edersee“
nach Waldeck zurückzufahren.

Wir anderen fuhren die Strecke per Rad und kamen über Rehbach zur östlichen Sperrmauer – in diesem Streckenabschnitt haben wir Lokale …. gesehen.

Nach Bestaunen dieses gewaltigen Bauwerks ging es weiter Richtung Waldeck, vor-bei an der Tauchstation hin zur Seilbahn „Waldecker Bergbahn“. Da mit der Berg-bahn auch ein  Radtransport möglich war, sind einige aus unserer Gruppe mit der Seilbahn nach Waldeck hochgefahren, der Rest schob sein Rad steil bergan über 1500 m nach Waldeck.

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Diesen anstrengenden Tag ließen wir in Gespräche vertieft oder auch beschaulich bei einem guten Gläschen ausklingen.

3. Tag: Freitag, den 8.6.2007

Ziel: Bad Wildungen / 50 km Tagesleistung bei 29° C

Qualität des Radwanderweges: landschaftlich schöne Strecke über Herms-dorf, Affolderner See (Eldorado für Angler), Mehlen auf dem R5 Richtung Wega, teilweise an der Eder entlang,
kaum Steigung – nur vor Bad Wildungen

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am Affolderner See
Vor dieser Etappe gab es ein ausgiebiges Frühstück, bei dem alle wohlgelaunt waren und hofften, dass uns wieder ein schöner Tag bevorstand:

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Christel und Dieter Reinhard,
Renate und Veit Diemer

Irmgard und Gerhard Netzsch,
Anneliese und Edwin Baier

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Hanna und Walter Ritschel

Luzia Zaigler, Inge Blumör
und Renate Simon

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Luzia Zaigler und Hubert Simon,
Maria, Kurt, Helga und Paul waren noch schwimmen

Pünktlich um 10.00 Uhr starteten wir unsere geplante Tour und hatten kurz vor der Staumauer noch einen Fototermin

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Weiter ging es vorbei an dem Affolderner See über Mehlen Richtung Bad Wildungen. Dieser Rastplatz an der Eder lud dank seiner beschaulichen Lage zum Verweilen ein:

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Immer wieder sahen wir diese Hinweistafeln, die auf die umfangreiche Artenvielfalt in diesem Gebiet der Ederauen hinwiesen

Rast an der Eder bei Mehlen; hier haben wir die einzigartige Schwanenflugformation aus
ca. 20 Tieren gesehen,
leider war die Kamera nicht so schnell startklar

In Bad Wildungen angekommen, suchten wir uns schattige Plätze vor dem Rathaus und der Stadtkirche und genossen die vielfältigen Angebote der Gastronomie und die beeindruckende, wohltuende Umgebung der Altstadt.

  • Bad Wildungen ist eine traditionsreiche Kurstadt,
  • ist bekannt durch seine Quellen und als bedeutendes Heilbäder-Zentrum
    mit vielen Kliniken,
  • hat Europas größten Kurpark
    (zwischen Bad Wildungen und Reinhardshausen),
  • zieht Besucher mit seiner malerischen Fachwerk-Altstadt an,
  • verspielter Jugendstil und prachtvoller Barock sind hier anzutreffen.

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Rathaus
1258 erste Erwähnung eines Rathauses an dieser Stelle. Der klassizistische Bau entstand Mitte des letzten Jahrhunderts

Schloss Friedrichstein
Das heutige Bauwerk entstand in den Jahren 1704-1717. Das Schloss ist heute im Besitz des Landes Hessen und beherbergt ein Jagd- und Militärmuseum

Aber alle reizvollen Ausflüge gehen zu Ende und die Tour zurück nach Waldeck musste wieder angetreten werden,

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Wie bereits erwähnt, es war sehr warm und wir waren über jedes Plätzchen im Schatten dankbar; hier die letzte Pause vor der östlichen Staumauer in Richtung Waldeck

aber die Landschaft bot uns auch hier schöne Bilder an.

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Schloss Waldeck

4. Tag: Samstag, den 9.6.2007

Ziel: Fritzlar / 60 km Tagesleistung bei schwülen 31° C

Qualität des Radwanderweges: landschaftlich schöne Strecke über Herms-dorf, Affolderner See, Mehlen, Wellen, Ungedanken an der Eder entlang,
keine Steigung

An diesem Tag ging es wegen der Wettervorhersage (schwülwarmes Wetter, Gewit-terneigung, Sturm) bereits um 9.30 Uhr los. Leider haben einige aus unserer Gruppe diesmal mit dem Radfahren pausiert; der Rest wollte Fritzlar kennen lernen.

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beste Richtungsweiser

allen voran: Gerhard

Hier haben wir unseren Nachwuchs-Star Moritz, 3 Jahre, kennen gelernt. Er war mit seinem Vater „on Tour“ und dies sehr eifrig und mit dem nötigen Durchhaltevermö-gen. Er protestierte heftig, als sein Vater darauf bestand, ihn wieder in den Anhänger zu setzen. „Jetzt fahren wir auf die Straße und das ist zu gefährlich für dich!“ Einige Bonbons von uns konnten ihn schließlich besänftigen, aber er hat auch nach Vorrat für seine Schwester Franziska, 5 Jahre, gefragt.

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Ist er nicht süß??

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Impressionen von Fritzlar

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Die Gründung der Stadt Fritzlar geht auf den Heiligen Bonifatius zurück. Eine seiner herausragenden Taten war die Fällung der Donareiche im Jahre 723. Aus ihrem Holz baut Bonifatius eine dem heiligen Petrus geweihte Kapelle. Um diesen kirchlichen Ursprung entwickelt sich die Siedlung Fritzlar.

Die Tatsache, dass Fritzlar an einem Kreuzungspunkt wichtiger frühmittelalterlicher Straßen liegt, aber auch die wahrscheinlich unter Karl dem Großen errichtete Pfalz-anlage, lässt Fritzlar  zu einem bevorzugten Aufenthaltsort der deutschen Könige und Kaiser in Hessen werden.

In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts ist Fritzlar aus königlichem Besitz in das Eigentum der Mainzer Erzbischöfe übergegangen. Diese Bischöfe siedelten freie Kaufleute an und so wurde Fritzlar zur ersten Münzprägestätte in ganz Hessen, sie rangiert als Handelsplatz für Tuche, Pelze und Gewürze. Nach dem Augsburger Reli-gionsfrieden (16. Jahrhundert) bleibt Fritzlar katholisch.
Von 1976-96 wird die Fritzlaer Altstadt systematisch saniert, so dass sich die Stadt heute in vorbildlicher Weise präsentieren kann.

Aber auch dieser schöne Ausflug geht zu Ende und wir sind auf der Rückfahrt nach Waldeck an der Eder entlang:

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das ist die „Formation“ der MÖVIA

Die Fahrt ging vorbei an Hüddingen (der Kirchturm hat uns besonders gefallen) und eine letzte Einkehr fand im „Steakhouse“ (Bikertreff) statt.

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An diesem Abend ließen wir uns reichlich und ausgiebig von Frau Danz, Frau und Herrn Cissée verwöhnen, die  - glaube ich zumindest, auch ihre Freude an uns hatten -.

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5. Tag: Sonntag, den 10.6.2006

Nach gemütlichem Frühstück und Verladen der Räder hieß es Abschied nehmen

  • von interessanten Fahrradtouren
  • von gemütlichem Beisammensein mit Gleichgesinnten
  • von einer MÖVIA-Veranstaltung, an die wir uns immer wieder
    gerne erinnern werden

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Hektik: passen die Räder wieder alle in den Anhänger???

besinnlicher
Abschied

Freuen auf das nächste Wiedersehen!!!

Last but not least: Irmgards Lieblingsplätzchen

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Wir bedanken uns herzlich bei:

Gerhard Netzsch für Organisation und Planung und
Veit Diemer für die Unterstützung beim Kartenlesen

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Teilnehmer waren:

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fotografiert hat uns „Chef Cissée“

Anneliese und Edwin Baier, Inge Blumör, Renate und Veit Diemer, Maria und Kurt Krüger, Susanne Lückerath, Irmgard und Gerhard Netzsch, Christel und Dieter Reinhard, Hanna und Walter Ritschel, Renate und Hubert Simon, Helga und Paul Windt und Luzia Zaigler


Fahrrad-Transport:

Manfred und Harald Winter

Bericht und Fotos:

Susanne Lückerath